Demokratie beginnt mit persönlichen Entscheidungen
Lesereise an Schulen mit Autorin Gerda Stauner
Was kann ein Roman über Demokratie vermitteln? Eine ganze Menge, zeigte die „Lesereise für die Demokratie“ von Autorin Gerda Stauner und Theaterintendant Florian Wein. Von April bis Juni waren sie an Schulen in Regensburg und Obertraubling zu Gast und kamen mit rund 200 Schülerinnen und Schülern ins Gespräch.
Im Mittelpunkt stand Stauners Roman Das kleine Hotel am Getreidemarkt. Die Geschichte verbindet Themen wie Flucht, Einsamkeit, Verantwortung und Radikalisierung. Eine scheinbar beiläufige Entscheidung der Hauptfigur Astrid setzt Ereignisse in Gang, die den geflüchteten Gibran und andere Hotelgäste in Gefahr bringen. So wird deutlich, welche Folgen persönliche Entscheidungen für andere und für das gesellschaftliche Miteinander haben können.
Nach den Lesungen diskutierten die Jugendlichen engagiert mit den Gästen. Sie fragten nach dem beruflichen Weg zur Autorin oder zum Theaterintendanten, interessierten sich aber ebenso für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Florian Wein schlug mit seinem Theaterstück SAD-88 die Brücke zur Realität. Es erinnert an den rassistischen Brandanschlag von Schwandorf 1988 und zeigt, wie wichtig die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus bis heute ist.
Besonders am Goethe-Gymnasium wurde der Wunsch laut, aktuelle Formen von Extremismus im Unterricht stärker zu behandeln. Die Lesereise machte deutlich: Demokratie ist nicht nur ein politisches System, sondern beginnt mit den Entscheidungen, die Menschen jeden Tag treffen.
Träger & Finanzielle Unterstützung
Träger der Lesereise war der BDKJ ((Bund der deutschen Katholischen Jugend) Kreisverband Regensburg-Stadt. Finanziert wurde sie vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“, der Stiftung „Segel setzen“ des BDKJ Diözesanverbands Regensburg sowie vom Sankt Michaelsbund und dem Programm „Bayern liest!“, in Kooperation mit der Fachstelle des Bistums Regensburg für „Junge Erwachsene“ und der Katholischen Jugendstelle Regensburg-Stadt.
